spö, zatlokal, spö rudolfsheim-fünfhaus

Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal im Interview mit der BZ

Gerhard Zatlokal
Gerhard Zatlokal Bild: SPÖ Rudolfsheim-Fünfhaus

Rudolfsheims Bezirkschef Gerhard Zatlokal im Gespräch über den 15. Bezirk in Zeiten des Coronavirus.

Herr Zatlokal, wie geht es Ihnen?
GERHARD ZATLOKAL: Mir geht es gut, vielen Dank! Auch ich arbeite nun viel von zu Hause aus. Manchmal lässt sich das Büro aber nicht vermeiden. Einige Besprechungen werden jetzt über Videokonferenzen geführt. Da es auch eine Zeit nach der Coronakrise geben wird, ist es wichtig, dass die geplanten Projekte weitergeführt werden und auch weiterlaufen.

Haben Sie Angst vor dem Coronavirus?
GERHARD ZATLOKAL: Ich denke, Angst ist der falsche Ausdruck dafür. Natürlich habe ich Respekt davor und bin bemüht, mich keinen unnötigen Risiken auszusetzen und mich bestmöglich zu schützen. Maßnahmen wie das Tragen von Schutzmasken oder sich bewusst mehrmals am Tag gründlich die Hände zu waschen, nehme ich sehr ernst. Wir haben das Glück, dass wir in einem gut funktionierenden Sozialstaat mit einem ausgezeichneten Gesundheitssystem leben, gerade in Wien.

Haben Sie das Gefühl, dass dieser Staat auch in Zeiten einer Pandemie gut funktioniert?
GERHARD ZATLOKAL: Absolut! Wir sind hier europaweit, ich möchte fast sagen weltweit, ein Vorzeigebeispiel. Wichtiger wird aber die Frage sein, wie es nach der Krise funktionieren wird. Ich hoffe, dass die bundesweiten Unterstützungspakete, wie versprochen, auch umgesetzt werden und dass die Unterstützung nicht bei den Großunternehmern und bei den Konzernen landet, sondern bei den Menschen, die sie brauchen – Kleinunternehmer und regionale Kleinbetriebe. Gerade in Rudolfsheim-Fünfhaus sind Betriebe und Bewohnerinnen betroffen – hier gilt es gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Nahversorgung und die Beschäftigung gesichert wird, damit die Armut nicht weiter steigt.

Wie schätzen Sie die Situation in Rudolfsheim-Fünfhaus ein?
GERHARD ZATLOKAL: Bei uns im Bezirk spüren wir gerade enorm viel Hilfsbereitschaft. In Zeiten wie diesen spürt man den sozialen Zusammenhalt enorm. In Wohnhäusern hängen Zettel von jüngeren Bewohnern, die ihre Hilfe für andere Menschen anbieten, es bilden sich Initiativen, welche für andere Personen mit Hunden Gassi gehen, Restaurants und Kaffeehäuser bieten ihre Hilfe und Unterstützung für Einsatzkräfte, Supermarktmitarbeiter, Apotheker und Personen, die im Moment das System am Leben halten. Ich persönlich biete mit der SPÖ Rudolfsheim-Fünfhaus auch ein neues Service an: Jeden Mittwoch biete ich telefonische Sprechstunden an. In der Zeit von 16 bis 18 Uhr bin ich unter der Nummer 01 53427 1150 telefonisch für alle Rudolfsheim-Fünfhauser erreichbar. Der direkte Bürgerkontakt ist mir sehr wichtig und ich möchte ihn in Zeiten der Corona-Krise nicht verlieren.

Was stehen Sie zur Forderung „Öffnung der Bundesgärten“?
GERHARD ZATLOKAL: Ich stelle mich da voll und ganz hinter die Forderung von unserem Bürgermeister Michael Ludwig. Die Öffnung der Bundesgärten ist ein absolut wichtiger Schritt für die Wienerinnen und Wiener. Mit der Einhaltung des Mindestabstands ist es erlaubt spazieren zu gehen – warum sollte das nicht in einem der Bundesgärten sein?

Wie wirkt sich das auf Rudolfsheim aus?
GERHARD ZATLOKAL: Unser Bezirk ist unmittelbar davon betroffen. Wir verfügen zwar über einige Grünflächen wie den Auer-Welsbach-Park, die im Moment aber sehr stark frequentiert sind. Eine Öffnung des Schönbrunner Schlossparks würde hier weiterhelfen. Im Moment ist das nicht möglich, weil die Bundesregierung alle Bundesgärten gesperrt hat. Mit der Schließung ist auch ein großer Teil der Bewohner im südlichen Teil des 15. Bezirks einer Grünfläche beraubt worden. Es geht hier nicht um politisches Kleingeld – es geht hier um die psychische aber auch um die physische Gesundheit der Wienerinnen und Wiener.

Was ist Ihnen in dieser Situation wichtig? Und wie wird die SPÖ den 1. Mai feiern?
GERHARD ZATLOKAL: Am 1. Mai wird natürlich kein Aufmarsch stattfinden. Obwohl uns das als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten natürlich sehr schmerzt, wäre es im Moment fahrlässig eine Großveranstaltung – wie sie der 1. Mai ist – abzuhalten. Nichtsdestotrotz gibt es aber ein Ersatzprogramm und ich muss sagen, ich finde es eine erfrischende Idee und auch eine tolle Möglichkeit. Dieser 1. Mai wird ganz im Zeichen des Danke, der Wertschätzung und des Respekts stehen. Ein Danke für die vielen Arbeitskräfte, die in diesen Tagen und Wochen ihr Bestes geben, um das System am Laufen zu halten.  Der diesjährige 1. Mai wird allen Krankenschwestern und -pflegern, Ärzten, Lkw-Fahrern, die ausliefern, Journalisten, Lehrern, die online unterrichten, Sozialarbeitern, dem Putzpersonal, Müllmännern und -frauen, Apothekern, Forschern, die an einem Impfstoff arbeiten, Postlern, Blaulichtorganisationen und vielen mehr gewidmet. Wir wissen, was sie im Moment für uns leisten, und wir wollen uns dafür bedanken.

 

Das ganze Interview des Bezirksblattes findest du hier.